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Max Hoffmann
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Carl Adolf Maximilian Hoffmann (* 25. Januar 1869 in Homberg; † 8. Juli 1927 in Bad Reichenhall) war ein deutscher Generalmajor, der im Ersten Weltkrieg eine bedeutende militĂ€rische und politische Rolle spielte. Nach dem Krieg entwickelte er den „Hoffmannplan“ zur Niederwerfung der Sowjetunion.

Contents

‱ Leben
‱ Hoffmannplan
‱ Schriften
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Leben

Max Hoffmann wuchs in Homberg als Sohn des Kreisgerichtsrates Julius Hoffmann und dessen Frau Friederike Charlotte Alwine Hoffmann, geborene du Buisson, auf. Von 1879 bis 1887 besuchte er das Gymnasium in Nordhausen. Nach dem Abitur war er als DreijĂ€hrig-Freiwilliger Musketier und Avantageur im 4. ThĂŒringischen Infanterie-Regiment Nr. 72 in Torgau. Vom 1. Oktober 1887 bis zum 5. Juli 1888 war er als Portepee-FĂ€hnrich an der Königlichen Kriegsschule in Neisse. Am 16. August 1888 erhielt er sein Offizierspatent mit „kaiserlicher Belobigung“ und wurde Secondeleutnant.cite-ref-1[1] 1895 bis 1898 studierte er als Premierleutnant an der Preußischen Kriegsakademie und verbrachte anschließend ein halbes Jahr als MilitĂ€rattachĂ© am Zarenhof in Sankt Petersburg. Von 1899 bis 1901 arbeitete Hoffmann in der Russland-Abteilung des deutschen Generalstabs und wurde zum Spezialisten fĂŒr russische Angelegenheiten.cite-ref-tucker-2-0[2] 1901 wurde er zum Hauptmann befördert und verblieb nun auf Dauer in der russischen Abteilung des Generalstabs unter Alfred von Schlieffen.

Im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05 war Hoffmann als deutscher militĂ€rischer Beobachter bei der 1. Armee des japanischen Heeres in der Mandschurei. Als ein japanischer General ihm die Beobachtung eines Gefechts von einem HĂŒgel verwehrte, schrie ihn Hoffmann in Gegenwart auslĂ€ndischer Gesandter und Korrespondenten wenig diplomatisch mit den Worten an: „Sie sind ein Gelber; wenn Sie mich da nicht hinauf lassen, so sind Sie kein zivilisierter Mensch!“cite-ref-bt75f-3-0[3] 1907 wurde Hoffmann zum Major befördert. Er erhielt den Auftrag den voraussichtlichen russischen Feldzugsplan in einem möglichen Krieg gegen Deutschland auszuarbeiten.cite-ref-bt75f-3-1[3] Barbara Tuchman schildert Hoffmann als

„groß und krĂ€ftig, hatte einen mĂ€chtigen runden SchĂ€del und einen preußisch kurzen Haarschnitt, daß er wie ein Kahlkopf wirkte. 
 obwohl er ein schlechter Reiter und ein noch schlechterer Fechter, dazu ein starker Esser und Trinker war, zeigte er sich doch schnell im Denken und rasch im Urteil. Er war ein liebenswĂŒrdiger, glĂŒcklicher und schlauer Mensch, der vor niemandem Achtung hatte.cite-ref-bt75f-3-2[3]“

Im MĂ€rz 1913 wurde er zum Oberstleutnant befördert, nachdem er bereits zum Abteilungschef der Ministerialabteilung im preußischen Kriegsministerium berufen worden war. Im Sommer 1914 wurde er zum stellvertretenden Kommandeur des 4. Badischen Infanterie-Regiments „Prinz Wilhelm“ Nr. 112 ernannt, denn Truppenverwendung war Voraussetzung zur weiteren Beförderung. Beendet wurde dieses kurze Intermezzo durch die Mobilmachung am 2. August 1914, die ihn zum Ersten Generalstabsoffizier der neuformierten 8. Armee machte.

Erster Weltkrieg

Als Chef der Operationsabteilung sah Hoffmann sich aufgrund der UnfĂ€higkeit des Oberbefehlshabers Maximilian von Prittwitz und Gaffron und der Rekonvaleszenz des Stellvertreters Georg von Waldersee als eigentlichen Oberbefehlshaber der fĂŒr die Verteidigung Ost- und Westpreußens zustĂ€ndigen 8. Armee.cite-ref-4[4] Hoffmann erarbeitete die OperationsplĂ€ne fĂŒr die Schlachten bei Gumbinnen, bei Tannenberg und an den Masurischen Seen. Nach der ĂŒberraschenden Ablösung von Prittwitz’, der nach Gumbinnen gegen Hoffmanns Widerstand die 8. Armee hinter die Weichsel zurĂŒckziehen wollte, wurde dieser von Generalstabschef Moltke durch den reaktivierten Paul von Hindenburg ersetzt, dem Erich Ludendorff als Stabschef beigestellt wurde.cite-ref-5[5] Hoffmann war mit der Region wohlvertraut und diente Ludendorff in der Folge als Ideengeber, den er aus Posen und Berlin gut kannte, wo sie im selben Haus gewohnt hatten.cite-ref-tucker-2-1[2] Beide beanspruchten die Urheberschaft fĂŒr die Benennung der Tannenbergschlacht. In seinen Erinnerungen widerspricht Hoffmann der Auffassung, die Schlacht sei durch Ludendorff geplant worden.cite-ref-6[6]

Das Trio Hindenburg-Ludendorff-Hoffmann erreichte an der Ostfront durch Hoffmanns taktisches Geschick große militĂ€rische Erfolge. Dennoch konnten die Versprechungen des „Feldherrnduos“ Hindenburg-Ludendorff auf einen Entscheidungssieg gegen Russland nicht erfĂŒllt werden. Hoffmann erkannte: „VollstĂ€ndig niederzuwerfen ist das russische Heer nicht, das könnten wir nur, wenn wir eben nur mit Rußland allein Krieg fĂŒhrten.“cite-ref-7[7] Hindenburg wurde von Hoffmann allerdings sehr kritisch betrachtet: „Der Kerl ist ein zu trauriger Genosse, dieser große Feldherr und Abgott des Volkes 
 Mit so wenig eigener geistiger und körperlicher Anstrengung ist noch nie ein Mann berĂŒhmt geworden“.cite-ref-8[8] Diese abfĂ€lligen Äußerungen wurden bei der Veröffentlichung seiner Aufzeichnungen 1929 allerdings schonend unterdrĂŒckt.cite-ref-9[9] Als Hindenburg und Ludendorff nach der Ablösung Falkenhayns 1916 die FĂŒhrung der Obersten Heeresleitung (OHL) ĂŒbernahmen und sich der Westfront zuwandten, wurde Oberst Hoffmann, im Oktober 1917 zum Generalmajor befördert, zum Chef des Generalstabes beim Oberbefehlshaber Ost, dem Prinzen Leopold von Bayern, ernannt.cite-ref-tucker-2-2[2]

Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk

Hoffmann war als Generalstabschef Ober Ost der Beobachter der OHL bei den Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk Ende 1917/Anfang 1918. Als Chef des Generalstabs an der Ostfront war er der Initiator und Gastgeber der Friedenskonferenz. Obwohl mit keiner Verhandlungsvollmacht ausgestattet, konnte er großen Einfluss auf das Geschehen nehmen. Am 26. Dezember 1917 erklĂ€rte er dem russischen Delegationsleiter JoffĂ©:

„es seien keine gewaltsamen Annexionen, wenn die MittelmĂ€chte das Schicksal von Polen, Litauen und Kurland unter Ausschluss des russischen Staates im Einvernehmen mit den zustĂ€ndigen politischen Vertretungen dieser Gebiete, die ihren Austritt aus dem russischen Staatsverbande bereits erklĂ€rt hĂ€tten, bestimmten.cite-ref-10[10]“

Vielmehr wollte er durch ZerstĂŒckelung des westlichen Russlands eine deutsche EinflusssphĂ€re in Osteuropa gewinnen.cite-ref-11[11] Diese „fragwĂŒrdige Überdehnung“ des „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ wollte Hoffmann als „Mittel der Loslösung der Völker von Russland“ verstanden wissen.cite-ref-12[12] Schon Ende Mai 1917 hatte er ganz im Sinne der „Frisierpolitik“ von Reichskanzler Bethmann Hollweg (indirekte Beherrschung zur Vermeidung offener Annexionen) bei Hindenburg angeregt, offiziell auf Annexionen zu verzichten, aber die Gestaltung der von Russland aus seinem Staatsverband zu entlassenden Gebiete durch Deutschland zu regeln.cite-ref-13[13]

Als die Verhandlungen wegen der deutschen Forderungen stockten und Ottokar Czernin mit einem Sonderfrieden Österreich-Ungarns drohte, antwortete Hoffmann, er fĂ€nde die „Idee glĂ€nzend“, da er dadurch 25 Divisionen aus der österreichischen Front herausziehen könne.cite-ref-14[14]

Am 12. Januar 1918 hielt Hoffmann, nach Czernins Eindruck wohl auf Befehl der OHL, in Brest „eine Ă€ußerst scharfe Rede, in welcher er den Machtstandpunkt der ‚siegreichen deutschen Armee‘ in die Welt schrie und erklĂ€rte, eine RĂ€umung der besetzten Gebiete sei fĂŒr immer ausgeschlossen“ (Bericht Czernins an Kaiser Karl I.).cite-ref-15[15] Er erklĂ€rte, „das siegreiche deutsche Heer steht in Ihrem Gebiet“, die OHL verbiete jegliche Einmischung in die Angelegenheiten der besetzten Territorien.cite-ref-ullrich-16-0[16] Dieses Auftreten wurde in Deutschland bald berĂŒhmt als (verbaler) „Faustschlag“ oder wurde als „auf den Tisch schlagen“ auf direkten Befehl Ludendorffs bezeichnet.cite-ref-17[17]

„Hoffmann selbst hat die Wirkung, die von seiner Rede ausging, nie ganz verstanden.“ Er habe nach eigener Aussage auch nicht mit der Faust auf den Tisch geschlagen, sondern Trotzki nur auf WidersprĂŒche in seiner Haltung hingewiesen.cite-ref-18[18] Er hatte in Brest zwar mehr Augenmaß und politisches VerstĂ€ndnis als Ludendorff gezeigt, dennoch wurde seine harte VerhandlungsfĂŒhrung sprichwörtlich.cite-ref-afflerbach-19-0[19] Die „auftrumpfende Sprache des Siegers“, die „Gewaltpolitik der MittelmĂ€chte“ im Gegensatz zu ihren „Lippenbekenntnissen zum Frieden“ lieferte den Bolschewiki schließlich willkommenes Propagandamaterial und hatte direkte Auswirkungen auf den Januarstreik in Deutschland bzw. den JĂ€nnerstreik in Österreich-Ungarn.cite-ref-ullrich-16-1[16]

Weitere Kriegsziele und Entmachtung

Auch weitergehende Kriegsziele Ludendorffs – Hoffmann bezeichnete die Krim bereits als „deutsche Riviera“ – unterstĂŒtzte er: Die Krim sollte ein permanent besetzter Kolonialstaat mit deutscher Besiedlung werden, als FlottenstĂŒtzpunkt wichtig fĂŒr den deutschen Einfluss im Kaukasus und im Mittleren Osten.cite-ref-20[20] Dennoch gehörte Hoffmann zu den wenigen deutschen GenerĂ€len, die gemĂ€ĂŸigte Kriegsziele, vor allem in Bezug auf Belgien und den „polnischen Grenzstreifen“, vertraten.cite-ref-21[21]

Eine Annexion von großen Gebieten des russischen Polens („polnischer Grenzstreifen“) durch das Deutsche Reich lehnte Hoffmann, im Gegensatz zur OHL, entschieden ab:

„Einen breiten Grenzstreifen mit beinah zwei Millionen Polen an Deutschland anzugliedern, wie es die Oberste Heeresleitung verlangte, daraus konnten nach meines Erachtens nur Nachteile fĂŒr das Reich erwachsen. FĂŒr noch schlimmer hielt ich die sogenannte ‚germano-polnische Lösung‘.cite-ref-22[22]“

Anfang Januar 1918 gelang es Hoffmann, die Zustimmung Kaiser Wilhelms, der ihn fĂŒr den grĂ¶ĂŸten Fachmann in Ostfragen hielt,cite-ref-23[23] zu einem stark reduzierten „polnischen Grenzstreifen“ zu erhalten, bei dem der Zuwachs an polnischer Bevölkerung nur etwa 100.000 betragen hĂ€tte. Aber im Kronrat musste der Kaiser am 2. Januar 1918 wieder einmal vor der OHL zurĂŒckweichen und den Vorschlag zurĂŒckziehen.cite-ref-24[24] Dies fĂŒhrte zum endgĂŒltigen Bruch zwischen Hoffmann und Ludendorff, der, zusammen mit Hindenburg, unter RĂŒcktrittsdrohung am 4. Januar vergeblich die Abberufung Hoffmanns forderte.cite-ref-25[25]

Ludendorff initiierte daraufhin eine rufschĂ€digende Pressekampagne gegen Hoffmann, die ihm SchwĂ€che vorhielt. Er sei ein „Agent KĂŒhlmanns“ und seine Frau eine Liberale mit Verbindungen zu „jĂŒdischen Kreisen“.cite-ref-26[26] Der Kaiser gab unter dem Druck der Öffentlichkeit nach und Hoffmann wurde fĂŒr die weiteren Kriegsereignisse an der Ostfront politisch weitgehend kaltgestellt. Die Eroberung der in Brest geforderten Gebiete in der Operation Faustschlag ab dem 18. Februar 1918 war dann fĂŒr Hoffmann nur mehr eine militĂ€rische „Spazierfahrt“ mit der Eisenbahn und dem Auto.cite-ref-27[27] Die dafĂŒr nötigen Truppen gingen laut Hoffmann bei der Deutschen FrĂŒhjahrsoffensive 1918 an der Westfront nicht ab, weil diese dort gegen die Machtmittel der WestmĂ€chte ohnehin nicht mehr offensiv einsetzbar gewesen wĂ€ren.cite-ref-28[28] Nach dem Waffenstillstand Ende 1918 sorgte Hoffmann noch fĂŒr die RĂŒckfĂŒhrung des deutschen Ostheeres.cite-ref-afflerbach-19-1[19]

Hoffmannplan

Max Hoffmann war der geistige Urheber des 1922 erstmals formulierten „Hoffmannplans“. Zusammen mit dem Industriellen Arnold Rechberg plante er einen antisowjetischen Feldzug. Deutschland sollte gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich in Sowjetrussland intervenieren. Man mĂŒsse durch „gemeinsame militĂ€rische Intervention die Sowjetregierung stĂŒrzen, an deren Stelle eine verfassungsmĂ€ĂŸige russische Regierung setzen und Russland wirtschaftlich wiederherstellen“.cite-ref-29[29]

1926 und 1927 fanden in London unter der FederfĂŒhrung des niederlĂ€ndischen Industriellen Henri Deterding diesbezĂŒglich Besprechungen statt, bei denen der Plan und dessen Umsetzung heftig diskutiert wurden. Henri Detering unterstĂŒtzte die mögliche AusfĂŒhrung durch Geldzuweisungen an Max Hoffmann.cite-ref-30[30] In der FĂŒhrung der Reichswehr fanden Hoffmanns PlĂ€ne allerdings keinen Widerhall; man setzte damals vielmehr auf Kooperation mit der Sowjetunion im militĂ€rischen Bereich.cite-ref-31[31]

Über das Ziel des Feldzuges schrieb er, am Ende seines 1925 erschienenen Buches An Allen Enden Moskau, ĂŒber das „Schlussergebnis“ seiner Betrachtungen:

„Je mehr sich die europĂ€ischen GroßmĂ€chte in von Moskau entfachte, niemals wirklich endende Kolonialkriege engagieren und sich darin erschöpfen, anstatt auf die Zentrale – auf Moskau – zu marschieren, umso mehr tun sie, was die Moskauer Sowjetregierung will. Je weiter die europĂ€ische Erschöpfung fortschreitet, weil die europĂ€ische MilitĂ€rgewalt in Kolonialkriege verzettelt und aufgerieben wird, weil gleichzeitig durch diese Kolonialkriege die MĂ€rkte in Asien und Afrika schwinden und weil infolgedessen die wirtschaftliche Not in Europa steigt, um so schwieriger wird allmĂ€hlich der wirklich entscheidende Feldzug auf Moskau. Wird dagegen die Zentrale in Moskau rechtzeitig zerschlagen, dann werden die Erhebungen der Kolonialvölker gegen die EuropĂ€er, der zentralen Leitung entbehrend, in sich zusammenbrechen. Außerdem wird der Bolschewismus jedes Prestige unter Asiaten und Afrikanern verlieren, sobald sich Europa zu dem Entschluß aufrafft, die Hochburg der asiatischen Herrscher, Moskau, zu nehmen.“cite-ref-32[32]

In den 1920er-Jahren waren Hoffmann und Rechberg in eine AffÀre um FÀlschungen russischer Tscherwonez-Geldscheine verwickelt, mit denen man die sowjetische WÀhrung untergraben wollte. Rechberg wurde 1930 allerdings freigesprochen.cite-ref-33[33]

Weimarer Republik

1919 bis 1927 lebte Hoffmann in Berlin und war mit der Malerin Corinna-Irena Hoffmann verheiratet. In seiner Schrift Der Krieg der versÀumten Gelegenheiten rechnete er mit Falkenhayn und Ludendorff ab, Hindenburg schilderte er als unfÀhig. Vor allem betonte er seinen eigenen Anteil an Tannenberg.cite-ref-afflerbach-19-2[19]

Hoffmann starb unerwartet am 8. Juli 1927 an einem Schlaganfall bei einem Kuraufenthalt in Bad Reichenhall.cite-ref-34[34] Sein Leichnam wurde 1927 auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt. Dieser wurde nach dem Mauerbau 1961 zu ĂŒber 90 Prozent zerstört. Zu den wenigen sachgemĂ€ĂŸ versetzten Grabmalen gehörte das von Max Hoffmann. Sein Grabmal wurde von Grabfeld E in Grabfeld C verlegt. Der Erwerber der GrabstĂ€tte, Hoffmanns Freund Arnold Rechberg, hatte fĂŒr ein bis zum Jahr 2100 andauerndes Liegerecht bezahlt, dies auch mit der dann durch die politischen Ereignisse nach 1945 verhinderten Absicht, dort sich selbst beisetzen zu lassen. Das Grabmal, mit einer schon 1906 unter dem Titel La RĂ©signation humaine ausgestellten und 1927 von H. Noack in Berlin gegossenen Bronzefigur von Arnold Rechberg geschmĂŒckt, konnte 2002 durch den Förderverein Invalidenfriedhof und das Landesdenkmalamt Berlin, die ein Gutachten zur Feststellung der historischen Situation bei dem Berliner Sepulkral­forscher Jörg Kuhn in Auftrag gegeben hatten, wieder ĂŒber der an historischer Stelle erhaltenen Gruft aufgestellt werden. Auf der 2002 erneuerten RĂŒckseite des die Plastik tragenden Muschelkalksteinblocks stehen als Epitaph drei Schlachten: Schlacht bei Tannenberg, Schlacht an den Masurischen Seen, Winterschlacht von Lyck und AugustĂłw, darunter drei Orte: Stochod, Zlozcow, (Orte, an denen 1916 die Brussilow-Offensive zum Stehen gebracht wurde) und Riga (Eroberung im September 1917). Auf der rechten Seite findet sich die Inschrift mit einem Vers aus der 1. Buch der Chronik: „und ich habe Dir einen Namen gemacht wie die Großen auf Erden Namen haben“.cite-ref-35[35] Er wurde zum EhrenbĂŒrger der Stadt Homberg an der Efze ernannt, ein PortrĂ€t Hoffmanns von Corinna-Irena Hoffmann erinnert im Rathaus an ihn.

Schriften

‱ Der Krieg der versĂ€umten Gelegenheiten. Verlag fĂŒr Kulturpolitik, MĂŒnchen 1923.
‱ An allen Enden Moskau. Das Problem des Bolschewismus in seinen jĂŒngsten Auswirkungen. Verlag fĂŒr Kulturpolitik, Berlin 1925 (Digitalisat).
‱ Tannenberg wie es wirklich war. Verlag fĂŒr Kulturpolitik, Berlin 1926.
‱ Die Aufzeichnungen des Generalmajors Max Hoffmann. Hrsg. von Karl Friedrich Nowak. Verlag fĂŒr Kulturpolitik, Berlin 1929 (alle veröffentlichten Schriften sowie posthume Veröffentlichung seines Tagebuchs und seiner Feldnotizen).

Literatur

‱ Thilo Vogelsang: Hoffmann, Max. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 9. Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 401–402 (deutsche-biographie.de).
‱ Vejas Gabriel Liulevicius: Kriegsland im Osten. Eroberung, Kolonisierung und MilitĂ€rherrschaft im Ersten Weltkrieg 1914–1918. Aus dem Amerikanischen ĂŒbersetzt von JĂŒrgen Bauer. Hamburger Edition, Hamburg 2002, ISBN 3-930908-81-6.
‱ Wolfgang J. Mommsen: Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste Weltkrieg 1914–1918 (= Handbuch der deutschen Geschichte. Band 17). 10. Auflage, Klett-Cotta, Stuttgart 2002, ISBN 3-608-60017-5 (enthĂ€lt Quellen- und ForschungsĂŒberblick).
‱ John Zimmermann: Generalmajor Max Hoffmann. In: Lukas Grawe (Hrsg.): Die militĂ€rische Elite des Kaiserreichs. 24 LebenslĂ€ufe. wbg Theiss, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8062-4018-4, S. 152–162.

Weblinks

Commons

: Max Hoffmann

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Zeitungsartikel ĂŒber Max Hoffmann in den Historischen Pressearchiven der ZBW
‱ Nachlass Bundesarchiv N 37

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Karl Friedrich Nowak (Hrsg.): Die Aufzeichnungen des Generalmajors Max Hoffmann. Verlag fĂŒr Kulturpolitik, Berlin 1929, Band 2, S. XXXV.
cite-note-tucker-22. ↑ Spencer Tucker (Hrsg.): The Encyclopedia of World War I. A Political, Social and Military History. Verlag ABC-Clio, Santa Barbara 2005, ISBN 1-85109-420-2, S. 555.
cite-note-bt75f-33. ↑ Barbara Tuchman: August 1914. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-596-24440-4, S. 75f.
cite-note-44. ↑ Barbara Tuchman: August 1914. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-596-24440-4, S. 288f.
cite-note-55. ↑ Barbara Tuchman: August 1914. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-596-24440-4, S. 297ff.
cite-note-66. ↑ Max Hoffmann: Tannenberg wie es wirklich war. Verlag fĂŒr Kulturpolitik, Berlin 1926, S. 312.
cite-note-77. ↑ Karl Friedrich Nowak (Hrsg.): Die Aufzeichnungen des Generalmajors Max Hoffmann. Verlag fĂŒr Kulturpolitik, Berlin 1929, Band 2, S. 64. Holger Afflerbach: Die militĂ€rische Planung des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg. In: Wolfgang Michalka (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg. Wirkung – Wahrnehmung – Analyse. Seehamer Verlag, Weyarn 1997, ISBN 3-932131-37-1, S. 280–318, hier: S. 290f. Gerhard Paul Gross: Im Schatten des Krieges. Die Ostfront des Ersten Weltkriegs in den jahren 1914 und 1915. In: Gerhard Paul Gross (Hrsg.): Die vergessene Front. Der Osten 1914/15. Ereignis, Wirkung, Nachwirkung. (=Zeitalter der Weltkriege, Band 1) MilitĂ€rgeschichtliches Forschungsamt, Schöningh, Paderborn 2006, ISBN 3-506-75655-9, S. 59.
cite-note-88. ↑ Karl-Heinz Janßen: Der Kanzler und der General. Die FĂŒhrungskrise um Bethmann Hollweg und Falkenhayn (1914–1916). Göttingen 1967, S. 245. Walter Rauscher: Hindenburg. Feldmarschall und ReichsprĂ€sident. Ueberreuter, Wien 1997, ISBN 3-8000-3657-6, S. 73 und 95. Hajo Holborn: Deutsche Geschichte in der Neuzeit. Das Zeitalter des Imperialismus (1871 bis 1945). (=Deutsche Geschichte in der Neuzeit, Band 3), Oldenbourg Wissenschaftsverlag, MĂŒnchen 1971, ISBN 3-486-43251-6, S. 258.
cite-note-99. ↑ Jesko von Hoegen: Der Held von Tannenberg. Genese und Funktion des Hindenburg-Mythos (1914–1934). Böhlau, Köln/Wien 2007, ISBN 978-3-412-17006-6, S. 169.
cite-note-1010. ↑ Wolfdieter Bihl: Österreich-Ungarn und die FriedensschlĂŒsse von Brest-Litovsk. Böhlau, Wien/Köln/Graz 1970, ISBN 3-205-08577-9, S. 47.
cite-note-1111. ↑ Max Hoffmann: Der Krieg der versĂ€umten Gelegenheiten. MĂŒnchen 1923, Band 2, S. 205.
cite-note-1212. ↑ Gunther Mai: Das Ende des Kaiserreichs. Politik und KriegfĂŒhrung im Ersten Weltkrieg. dtv, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-423-04510-8, S. 138.
cite-note-1313. ↑ Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. Droste, DĂŒsseldorf 1984, ISBN 3-7700-0902-9, S. 396. Sven Oliver MĂŒller: Die Nation als Waffe und Vorstellung. Nationalismus in Deutschland und Grossbritannien im Ersten Weltkrieg (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 158). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, ISBN 3-525-35139-9, S. 201.
cite-note-1414. ↑ Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. Droste, DĂŒsseldorf 1984, ISBN 3-7700-0902-9, S. 431. Max Hoffmann: Der Krieg der versĂ€umten Gelegenheiten. MĂŒnchen 1923, Band 2, S. 202.
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